nachweisfertig.de - Der KI-Nachweis für den Mittelstand · Stand: 20.07.2026
Blog · 20.07.2026 · Aktualisiert 31.07.2026
Anwalt, Plattform, Tool oder abwarten: Was KI-Compliance wirklich kostet
Bei vielen Anbietern für AI-Act-Compliance bekommst du auf die Preisfrage dieselbe Antwort: "Vereinbaren Sie eine Demo." Manche nennen ihre Preise öffentlich, die meisten nicht. Wir finden, ein Betrieb sollte vergleichen können, bevor er seine Kontaktdaten abgibt. Also hier: die vier Wege, ehrlich durchgerechnet - unseren eigenen eingeschlossen.
Vorher: Wie viel brauchst du überhaupt?
Die teuerste Fehlentscheidung ist nicht der falsche Anbieter, sondern das falsche Volumen. Für einen normalen Betrieb gibt es keine Pflicht, ein KI-Register bei einer Behörde anzumelden, ein Zertifikat zu erwerben, eine förmliche Konformitätsbewertung durchzuführen oder jeden KI-Inhalt zu labeln. Was tatsächlich gilt: Maßnahmen zur KI-Kompetenz (Artikel 4) und die Transparenzpflichten aus Artikel 50, soweit die jeweiligen Fallgruppen bei dir überhaupt vorkommen.
Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir Umfang, den das Gesetz nicht verlangt.
Weg 1: Nichts tun
Kostet heute null und ist damit der beliebteste. Die Rechnung kommt später: Ab dem 2. August 2026 können Verstöße gegen Artikel 50 mit bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Das ist eine Obergrenze, keine automatische Strafe - Art, Schwere, Dauer und Umstände zählen, und für KMU ist die Verhältnismäßigkeit ausdrücklich zu berücksichtigen.
Realistischer und häufiger teurer als jedes Bußgeld: die Haftung, wenn etwas schiefgeht, und der Compliance-Fragebogen, den dein größter Kunde irgendwann verlangt - unbeantwortet kostet er den Auftrag.
Fair ist: Wer gar keine KI nutzt, muss auch nichts tun. Nur solltest du das einmal geprüft haben, bevor du dich darauf verlässt. Das private ChatGPT-Konto im Vertrieb zählt nämlich mit.
Weg 2: Anwalt oder Berater
Der gründlichste Weg und bei Sonderfällen der richtige: Deepfakes in der Werbung, KI, die Bewerber bewertet, eigene KI-Produkte, unklare Anbieter-/Betreiber-Rolle. Für die Grund-Dokumentation eines normalen Betriebs ist er allerdings überdimensioniert - und meist vierstellig. Übliche Stundensätze im IT-Recht liegen bei 200 bis 400 Euro, eine Erst-Dokumentation mit Verzeichnis, Einstufung und Richtlinie füllt schnell einen Tag oder mehr.
Unsere ehrliche Empfehlung: Anwalt ja, aber gezielt für die heiklen Fälle, nicht für die Fleißarbeit.
Weg 3: Compliance-Plattform
DataGuard, Secjur, heyData und Co. bündeln DSGVO, ISO 27001, NIS2 und den AI Act in einer Plattform, oft mit Beratern dahinter. Für Unternehmen, die mehrere Frameworks gleichzeitig managen, ist das ein sinnvolles Modell.
Bei der Preistransparenz ist das Feld gemischt: Einzelne Anbieter veröffentlichen ihre Pakete, bei vielen steht "Angebot anfordern". Drittquellen und Vergleichsportale ordnen die Pakete je nach Firmengröße bei einigen hundert bis über tausend Euro im Monat ein. Dazu kommt: Der AI Act ist dort ein Modul unter vielen, und unter einem Jahresvertrag geht selten etwas.
Weg 4: Ein Werkzeug wie nachweisfertig
Wir sind bewusst das Werkzeug zwischen Gratis-Checker und Plattform. Wenn wir anderen vorhalten, ihre Preise zu verstecken, nennen wir unsere hier - nicht erst nach einem Demo-Termin.
Die App ist kostenlos: Erfassen, Ampel-Einstufung, Richtlinie und Schulungsübersicht kosten nichts, ohne Kreditkarte und ohne Zeitlimit. Bezahlt wird nur der fertige Nachweis:
- 79 Euro einmalig für einen datierten PDF-Nachweis - einmal erzeugt, bleibt er euch.
- 14,99 Euro im Monat für unbegrenzte Exporte, monatlich kündbar - sinnvoll, wenn sich euer KI-Einsatz oder die Rechtslage ändert und der Nachweis nachgezogen werden muss.
- 149 Euro im Jahr für dasselbe, gut zwei Monate günstiger als monatlich.
Alle Preise inkl. 19 % USt. Preisstand: 31. Juli 2026. Maßgeblich ist immer die Preisseite - falls hier einmal eine alte Zahl steht, gilt die dort.
Was das Werkzeug nicht kann, sagen wir genauso klar: Es ersetzt keinen Anwalt im Einzelfall und keine förmliche Konformitätsbewertung für Hochrisiko-Anbieter. Und es stellt dir keine Bescheinigung aus, dass du die KI-Verordnung erfüllst - das kann niemand. Es hält datiert fest, welche KI-Systeme ihr einsetzt, wer verantwortlich ist, welche Maßnahmen ihr ergriffen habt und wie ihr die Transparenzfragen beantwortet habt. Das ist die Fleißarbeit - sauber, datiert, wiederholbar.
Die Rechnung in einer Zeile
Für einen typischen kleinen Betrieb: Nichtstun kostet null bis sehr viel, der Anwalt vierstellig, die Plattform vierstellig pro Jahr - und die dokumentierte Eigenleistung mit Werkzeug 79 Euro einmalig oder 14,99 Euro im Monat, dazu einen Nachmittag. Bei den oben genannten 200 bis 400 Euro Stundensatz entspricht der einmalige Nachweis rund zehn bis zwanzig Minuten Anwaltszeit. Die kostenlosen Checker von EU und IHK sind übrigens eine gute Ergänzung zum Verstehen, wir verlinken sie selbst - nur ein Dokument, das du vorlegen kannst, erzeugen sie nicht.
Was genau am 2. August auf dich zukommt, steht im Überblicksartikel. Die Schritt-für-Schritt-Umsetzung: die Checkliste.
Verständliche Einordnung, keine Rechtsberatung. Rechtsstand: 31. Juli 2026. Am 31. Juli korrigiert: Die frühere Fassung behauptete, kein Wettbewerber nenne öffentlich Preise. Das ist zu pauschal - einzelne Anbieter tun es. Preisangaben zu Dritten stammen aus öffentlichen Drittquellen (Stand Juli 2026); verbindlich sind nur deren eigene Angebote.
Vom Lesen zum Beleg
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